Das Wohnen im Alter ist zu einem großen gesellschaftlichen Thema geworden. Mittlerweile haben sich daher die verschiedensten Wohn- und Pflegekonzepte an die Bedürfnisse der Senioren angepasst.

Diese sollen auf der einen Seite altersgerecht sein, auf der anderen jedoch auch Komfort, Selbstständigkeit, Sicherheit und Service bieten. Das ist heutzutage kein unmöglicher Kompromiss mehr!

Neben dem gesundheitlichen Zustand, der familiären Situation und den individuellen Vorstellungen und Wünschen spielt auch die finanzielle Lage eine Rolle. Genauso wichtig
ist aber auch der Zugang zu guten Angeboten, Ideen und fortschrittlichen Anbietern von Seniorendienstleistungen. Dieses voraus geschickt ist es von größter Bedeutung, die eigenen
4 Wände auf die Tauglichkeit des Wohnens im Alter kritisch zu prüfen.

HEREINSPAZIERT

Der Hauseingang: Ein überdachter Hauseingang bietet Schutz vor Wind und Wetter.

Rampe: Ist der Eingang nicht ebenerdig, benötigen Leute, die mit Gehwagen unterwegs sind und Rollstuhlfahrer eine Rampe mit einer Steigung von max. 6%.

Beleuchtung: Gute Beleuchtung schafft mehr Sicherheit. Beleuchtete Klingelschilder und eine gut erkennbare Hausnummer sind besonders dann wichtig, wenn z.B. der Notarzt schnell die richtige Haustür finden muss.

Fußabstreifer: Sie sollten rutschfest in den Boden versenkt sein, damit sie keine Stolperfallen bilden.

Der Wohnungsflur: Oft stehen im Flur zu viele Möbel. Dabei braucht man gerade dort viel Platz, um sich bequem an- und ausziehen zu können.

Sitzgelegenheit: Zum Schuhe an- und ausziehen oder zum Telefonieren ist sie sehr praktisch.

Handlauf: Zur Stütze oder zum sicheren Bewegen im Flur ist ein Handlauf immer hilfreich.

Stolperfallen: Freiliegende Telefonkabel oder hochstehende Teppichkanten sind gefährlich!

Klingel: Wenn die Türklingel im Flur schlecht zu hören ist, bietet es sich an, sie durch einen Zweiton-Gong zu ersetzen oder eine Blitzlichtklingel im Wohnzimmer anzubringen.


TREPPAUF – TREPPAB

Das Treppenhaus: Es ist entscheidend für die Selbstständigkeit im Alter, um die Wohnung ohne Schwierigkeiten verlassen zu können.

Der Handlauf: An beiden Seiten der Treppe gibt er Sicherheit. Er muss griffsicher sein und an Anfang und Ende 30 cm über die Stufen hinausragen, damit der Bewegungsablauf
gestützt ist.

Stufenbelag: Die Treppenstufen brauchen einen rutschfesten Belag und sind nur dann sicher, wenn sie nicht ausgetreten sind. In die Stufe eingelassene farbige Profile an den Vorderkanten erleichtern Sehbehinderten die Orientierung.

Beleuchtung: Sie muss ausreichend hell sein und zeitlich so eingestellt werden, dass ein langsames Treppensteigen möglich ist und man nicht plötzlich im Dunkeln steht.

Sitzgelegenheiten: Wenn ausreichend Platz vorhanden ist, bieten sie zwischen den Treppenabschnitten eine Möglichkeit für kurze Erholungspausen. Das Treppenhaus kann Zug um Zug
den veränderten Bedürfnissen angepasst werden, z.B. bei ohnehin erforderlichen Renovierungsarbeiten. Gerade deshalb sind frühzeitige Erörterungen der Möglichkeiten mit  auseigentümern angebracht.

Treppenlift: Wer die Treppen nicht mehr selbst bewältigen kann, kann mit einem Treppenlift die Stufen überwinden. Treppenlifte gibt es in verschiedenen Ausführungen und je
nach Treppenart können sie an der Wand oder an der Innenseite der Treppe montiert werden. Hier müssen die technischen und baurechtlichen Bestimmungen genau überprüft werden, um das richtige Modell zu finden. In einem Haus mit mehreren Parteien kann ein Treppenlift oft deshalb nicht eingebaut werden, weil die Treppe als Fluchtweg im Gefahrenfall eingeschränkt wäre. Für Rollstuhlfahrer können auch Treppensteighilfen unter bestimmten Bedingungen eingesetzt werden. Dazu benötigt man allerdings eine Hilfsperson, die das Gerät bedienen kann.


DIE „GUTE STUBE“

Das Wohnzimmer: Es sollte wie alle anderen Räume den eigenen Bedürfnissen nach Erholung, Entspannung und Platzbedarf angepasst werden. Vielleicht gibt es ja Möbel, auf
die Sie verzichten und dadurch mehr Platz und Bewegungsfreiheit gewinnen können.

Stolperfallen: Auch im Wohnzimmer ist es wichtig, Stolperfallen zu beseitigen. Das können Teppichkanten, lose Läufer oder freiliegende Kabel sein. Wenn die Steckdosen im Wohnzimmer nicht ausreichen, sollte man sich nicht mit Verlängerungskabeln helfen, sondern einen Elektriker beauftragen, neue und gut erreichbare Steckdosen zu verlegen.

Sitzmöbel: Lieb gewordene Sessel und Sofas, sind beim Hinsetzen und Aufstehen oft unbequem, weil sie zu niedrig sind. Provisorische Erhöhungen der Sitzflächen durch Kissen und Decken können verrutschen und bieten wenig Unterstützung. Möbelerhöhungen vom Schreiner oder aus dem Fachhandel schaffen da einfache Abhilfe.

Telefon-Notruf: Das Telefon und die Notrufanlage sichern Ihnen den „Draht nach Draußen“ und können lebensrettend sein. Den Auslöser (Funkfinger) für den Notruf sollten Sie zu Hause immer bei sich tragen.


LICHT UND LUFT IN DER WOHNUNG

Beleuchtung: Lesen, Handarbeiten und andere Hobbys fordern die Augen, die mit zunehmendem Alter an Sehschärfe verlieren. Trotzdem braucht man auf Hobbys nicht zu verzichten. Die schwächeren Augen können mit guter Beleuchtung unterstützt werden. Es sollte mehrere Lichtquellen geben, die in ihrer Stärke regulierbar sind und zielgerichtet Beleuchtung, z.B. beim Lesen, ermöglichen. Die Lichtschalter sollten vom Sitzplatz aus bequem erreichbar sein.

Die Fenster: Für Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit oder für Rollstuhlfahrer ist es schwierig oder unmöglich, den Griff zu erreichen, um das Fenster selbstständig zu öffnen
und zu schließen.

Fenstergriff: Ein tiefer gesetzter Fenstergriff ermöglicht den Bewohnern mehr Selbstständigkeit.

Rollladen: Genauso schwierig ist die Bedienung des Rollladens. Hier verschafft ein nachträglich eingebauter Rollladenmotor Abhilfe.


WIE MAN SICH BETTET, SO LIEGT MAN:

Das Schlafzimmer: es gerät häufig erst dann in den Blick, wenn es wegen Pflegebedürftigkeit oder längerer Bettlägerigkeit intensiver genutzt wird. Ein zu kleiner Nachttisch oder ein zu
schmaler Zugang zum Bett werden dann zum Problem.

Betthöhe: Auch beim Bett muss die Höhe stimmen, sie kann mit Möbelerhöhungen bzw. Erhöhungsblöcken (wie bei den Sitzmöbeln) reguliert werden.

Verstellbarer Lattenrost: Ein leicht verstellbarer Lattenrost hilft, die angenehmste Liegeposition zu finden. Gute Lattenroste können auch nachträglich in jeden stabilen Bettrahmen eingebaut werden. Lassen Sie sich bei der Neuanschaffung eines Bettes gründlich beraten. Spezielle Seniorenbetten mit einer Liegehöhe von 50 – 55 cm sind mit dem nötigen Komfort für längere Bettlägerigkeit ausgestattet. Bei Pflegebedürftigkeit gibt es Einlegerahmen, die ein Pflegebett ersetzen.

Haltegriff: Als Hilfe beim Aufstehen können neben dem Bett Haltegriffe angebracht werden. Auch ein Griff von oben herab, der sogenannte „Bettgalgen“ kann nützen.

Beleuchtung: Achten Sie darauf, dass Sie den Lichtschalter auch im Dunkeln vom Bett aus gut erreichen können, oder bringen sie ein Nachtlicht an, falls Sie nachts aufstehen müssen.

Ablage: Am Bett brauchen Sie eine großzügige Ablage. Alles sollte bequem in Reichweite sein, sodass Sie möglichst viele Handgriffe ohne fremde Hilfe tun können.


SCHWELLEN SIND KLEINE BARRIEREN

Türschwellen: Selbst kleine Türschwellen können zum Problem werden, wenn ein Rollstuhl oder Gehwagen darüber gehoben werden muss.

Schwellenkeile: Sie bieten eine Erleichterung, weil sie maßgefertigt werden. Es muss natürlich berücksichtigt werden, ob die Tür sich dann noch schließen lässt – möglicherweise müssen
es mobile Keile sein, die bei Bedarf hingelegt oder entfernt werden.

Balkonerhöhung: Balkon oder Terrasse sind für Menschen, die stark an die Wohnung gebunden sind, eine erholsame Abwechslung. Leider sind viele Balkone und Terrassen aber nur über höhere Schwellen zu erreichen. Hier muss man von zwei Seiten das Problem angehen: Ein Lattenrost wird außen an die Schwellen gelegt und gleicht den Höhenunterschied zum Balkonniveau aus. Dieser Lattenrost kann auch aus mehreren Elementen bestehen. Zu beachten ist, dass die Mindesthöhe der Balkonbrüstung nicht unterschritten werden darf. Innen kann man sich mit einem flexiblen Keil behelfen, um die Schwelle mit Gehwagen oder Rollstuhl zu überwinden.

 
Die Wohnberatung des KreisSeniorenRats Enzkreis – Stadt Pforzheim e.V.
prüft richtungsweisend, gegen eine Aufwandsentschädigungsgebühr,
Ihre Wohnung / Immobilie / Planung auf Barrierefreiheit und Rollstuhltauglichkeit.

Rufen Sie uns an unter der Tel.-Nr. 07231/357714,
Ingrid Pälmer, oder mailen Sie uns:

wohnberatung@kreisseniorenrat-pf.de.

Öffnungszeiten: Montag 10 - 12 Uhr und Mittwoch bis Freitag von 10 – 12 Uhr
oder nach Terminvereinbarung.

 

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